Als Freelancer:in arbeiten

Als Freelancer:in arbeiten – maximale Freiheit und lukrative Jobs

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 10. Juni 2024

Die Arbeitszeiten selbst festlegen und Aufträge nach Wunsch annehmen: Als Freelancer:in zu arbeiten, bietet viele Vorteile. Der Schritt in die Unabhängigkeit will allerdings klug geplant sein und bietet sich für manche Berufsbilder stärker an als für andere.

Definition: Was sind Freelancer:innen?

Die volle Freiheit genießen und dabei Geld verdienen: Als Freelancer:in arbeiten möchten viele Menschen. Der Begriff beschreibt im Prinzip freie Mitarbeitende, die auf eigene Rechnung für verschiedenen Auftraggebende tätig sind, in zeitlich begrenzten Projekten oder in Form wiederkehrender Aufträge.

Was ist der Unterschied zwischen Freelancer:in und Freiberufler:in in Deutschland?

Die Begriffe Freelancer:in und Freiberufler:in verwenden viele synonym. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Beschäftigungsverhältnisse:

  • Freelancer:innen arbeiten als freie Mitarbeitende in verschiedenen Jobs, etwa in der IT, in Design- und Grafikjobs, im Consulting oder im Marketing.
  • Als Freiberufler:in bezeichnen dürfen sich ausschließlich Angehörige bestimmter Berufsgruppen, und zwar Ärzt:innen, Steuerberater:innen, Rechtsanwält:innen, Psycholog:innen, Journalist:innen und Architekt:innen.

Freiberufler:innen arbeiten wie Freelancer:innen auf eigene Rechnung. Der wesentliche Unterschied liegt in der Besteuerung.

Als Angehörige:r freier Berufe benötigst du keine Gewerbeanmeldung und unterliegst folglich auch nicht der entsprechenden Besteuerung. In vielen künstlerischen und journalistischen Jobs profitierst du außerdem von der Möglichkeit, der Künstlersozialversicherung (KSK) beizutreten. Die Organisation übernimmt im Prinzip den Arbeitgeberanteil deiner Kranken- und Rentenversicherung. Deine Versicherungsgesellschaft kannst du nach wie vor frei wählen.

Was kann man als Freelancer:in arbeiten?

Die meisten freien Berufe eignen sich grundsätzlich auch dafür, sie als Freelance-Jobs auszuführen. Dazu kommen künstlerische und beratende Tätigkeiten.

Womit kannst du also als Freelancer:in Geld verdienen? Besonders geeignet für die volle Job-Freiheit sind folgende:

Wichtig: Selbstständige, die Waren verkaufen oder produzieren, können keine Freelancer:innen sein, denn sie gelten als Gewerbetreibende. Betreibst du etwa einen Onlineshop mit deinen eigenen Kreationen, benötigst du einen Gewerbeschein.

Arbeiten als Freelancer:in – was muss man beachten?

Dein gelernter Beruf ist prädestiniert für die Selbstständigkeit und du möchtest den Sprung wagen? Was muss man tun, um Freelancer:in zu werden? Das sind die ersten Schritte:

  • Lege zunächst fest, ob du Freelancer:in als Nebenjob oder hauptberuflich sein möchtest. Zu Beginn kann es schlau sein, den Hauptjob zu behalten, bis du ein Netzwerk aufgebaut und dir einen Namen in der Branche gemacht hast.
  • Kalkuliere Stundensätze, Seiten- oder Wortpreise. Vergiss dabei nicht, dass du auch als Freelancer:in Steuern zahlst sowie häufig mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen musst. Plane diese Kosten in deinen Satz mit ein.
  • Melde dich beim Finanzamt. Verdienst du mehr als 22.000 Euro im Jahr, bist du umsatzsteuerpflichtig und benötigst eine Umsatzsteuernummer. In jedem Fall ist es notwendig, dich beim Fiskus als selbstständig anzumelden.
  • Sag deiner Krankenkasse Bescheid. Einige bieten spezielle Tarife für Selbstständige an. Vertreter künstlerischer Berufe sollten zusätzlich die Mitgliedschaft bei der Künstlersozialkasse beantragen.
  • Finde deine Kundschaft: Die Akquise ist das Herzstück deiner Freelancer:innen-Tätigkeit. Je nach Bereich und Branche lohnt es sich zum Beispiel, in Online-Karriere-Netzwerken zu stöbern und entsprechende Events zu besuchen.

Welche Fähigkeiten solltest du als Freelancer:in mitbringen?

Die maximale Flexibilität ist vor allem in den ersten Jahren mit einem hohen Aufwand verbunden. Disziplin, die Bereitschaft zu langen Arbeitstagen und Durchsetzungsvermögen in Verhandlungen mit Auftraggeber:innen und Interessent:innen sind hilfreiche Skills. Du solltest außerdem:

  • gerne und erfolgreich Kontakte knüpfen und Netzwerke aufbauen,
  • ein Händchen für Finanzplanung und Kalkulationen haben,
  • kommunikationsfreudig und überzeugend auftreten,
  • strukturiert und fokussiert arbeiten.

Warum sollten Unternehmen mit Freelancer:innen zusammenarbeiten?

Von der vollen Freiheit profitieren auch Unternehmen, die mit Freelancer:innen arbeiten. Freie Mitarbeitende arbeiten etwa Auftragsspitzen ab, springen für erkrankte Angestellte ein, arbeiten an zeitlich begrenzten Projekten mit oder erledigen regelmäßige Aufträge.

Betriebe gehen mit den Freien kaum ein finanzielles Risiko ein, denn sie bezahlen nur für die tatsächlich geleistete Arbeit. Die Arbeitnehmeranteile für Sozial- und Krankenversicherungen entfallen, ebenso die Notwendigkeit, einen Arbeitsplatz in der Firma bereitzustellen. Das reduziert Kosten für die IT-Ausstattung und Büromöbel und spart zudem kostenintensive Fläche.

Freelancer:innen arbeiten zudem häufig sehr motiviert und engagiert – sie möchten schließlich den Job halten und im Idealfall einen Folgeauftrag verbuchen. Vielfach geben sie mit ihrem neutralen Blick auch interessante Anregungen und neue Aspekte mit ein, die direkt im Betrieb womöglich nicht mehr auffallen.

Welche Vor- und Nachteile hat die Arbeit als Freelancer:in?

Lange Tage, arbeitsreiche Wochenenden, Netzwerken statt chillen: So sieht der Arbeitsalltag vieler Freelancer:innen aus. Auf der anderen Seite kann der Tag auch einmal später beginnen und statt Montagmorgen am Schreibtisch zu sitzen, gehst du schwimmen, denn die Arbeit hast du schon am Sonntag erledigt. Als Freelancer:in zu arbeiten, birgt Licht und Schatten. Das sind die wichtigsten Vorteile:

  • Wer als Freelancer:in Geld verdient, teilt sich die Arbeitszeit nach Wunsch ein.
  • Du bekommst es mit abwechslungsreichen Projekten und immer wieder neuen Themenfeldern zu tun. Das hält den Geist fit und die Freude am Job hoch.
  • Du bestimmst dein Gehalt selbst. Ob du einen Auftrag annimmst und zu welchem Preis, obliegt allein dir.

Als Freelancer:in zu arbeiten bedeutet bei erfreulicher Auftragslage oftmals, dass du ein höheres Einkommen verbuchst als im Angestelltenverhältnis. Jedoch kommen auch höhere Kosten auf dich zu.

Das sind die Nachteile, als Freelancer:in zu arbeiten:

  • Du bist in der Selbstständigkeit nicht automatisch finanziell abgesichert. Einen finanziellen Puffer solltest du daher unbedingt einplanen.
  • Kranken- und Rentenversicherung sind kostspieliger, da der Arbeitgeberanteil wegfällt.
  • Du erhältst nur Geld, wenn du arbeitest. Das ist bei Urlauben und Krankheitstagen einzukalkulieren.

Als Freelancer:in im Ausland arbeiten – geht das?

Den grauen deutschen Winter im warmen Süden verbringen, Urlaub machen und gleichzeitig Geld verdienen – Freelancer:innen können diese Freiheiten genießen. Viele Jobs lassen sich ortsunabhängig ausüben, da du lediglich einen Computer und einen Internetzugang benötigst. Solange dein Wohnsitz sich weiterhin in Deutschland befindet, zahlst du nach wie vor an den deutschen Fiskus Steuern.

Schon gewusst? New Work eröffnet auch Angestellten die Chance, flexibler zu arbeiten.

Regelungen für die Umsatzsteuer  

Arbeitest du für deutsche Unternehmen, gilt das auch für die Umsatzsteuer. Anders sieht das bei Betrieben aus, die ihren Sitz im Ausland haben: Dann fällt die Erhebung der Umsatzsteuer in der Regel weg, sprich, du führst sie mit einem entsprechenden Hinweis nicht auf der Rechnung auf.

Bedingungen im Zielland

Erkundige dich sicherheitshalber vor einem längeren Auslandsaufenthalt zum Arbeiten nach den jeweiligen Bestimmungen im Zielland. Im Blog findest du wertvolle Tipps für die Arbeit im Ausland und wie du deine Karriere im Ausland vorantreibst.

Fazit: Als Freelancer:in arbeiten – eine Herausforderung mit Potenzial

Als Freelancer:in zu arbeiten, ist für viele Menschen ein Traum: frei wählbare Arbeitszeiten, oftmals eine lukrative Bezahlung und viel Abwechslung stehen auf der Haben-Seite der freien Mitarbeit. Die Vorteile genießt du allerdings auch, weil oftmals lange Arbeitstage dahinterstehen. Zudem fallen Kündigungsschutz und Arbeitslosengelder weg, sofern du dich gegen Arbeitslosigkeit nicht freiwillig versichert hast. Es ist daher ratsam, sich in der Selbstständigkeit finanziell abzusichern. Wenn du dich gut selbst organisieren kannst und dir der Herausforderungen bewusst bist, steht dem Arbeiten als Freelancer:in nichts im Weg.

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