Arbeiten in der Schweiz als Deutscher

Arbeiten in der Schweiz – Das müssen Sie beachten

Glassdoor Team

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 31. Aug. 2023

Arbeiten in der Schweiz ist aus vielen Gründen beliebt. Hoher Lohn, stabile Wirtschaft – und besonders für Deutsche der Vorteil, dass ein Teil des Landes dieselbe Sprache spricht. Erfahren Sie hier, was Sie vor dem Arbeitsbeginn beachten müssen, welche Regeln auch für Grenzgänger:innen gelten und in welche Branchen das Arbeiten in der Schweiz für Ausländer:innen besonders populär ist.

Arbeiten in der Schweiz: Vorteile und Nachteile

Bevor Sie sich damit beschäftigen, was Sie beachten müssen, um in der Schweiz zu arbeiten, finden Sie hier die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

VorteileNachteile
- höherer Lohn
- stabile Wirtschaft
- ähnliche Kultur wie in Deutschland
- Deutsche benötigen in den ersten drei Monaten keine Aufenthaltsbewilligung
- höhere Lebenshaltungskosten
- weniger gesetzlich festgelegter Urlaub
- nach drei Monaten wird eine Aufenthaltsbewilligung benötigt

Bedingungen für das Arbeiten in der Schweiz

Die Bedingungen für das Arbeiten in der Schweiz sind vornehmlich davon abhängig, wie lange Sie dort arbeiten werden. Am einfachsten ist es für einen Zeitraum von unter drei Monaten. Dafür müssen Sie sich nur in dem Ort, in dem Sie arbeiten, anmelden, was durch ein einfaches Online-Meldeverfahren erledigt werden kann. Ansonsten müssen Deutsche als EU-Bürger:innen keinen Antrag auf eine Aufenthaltsbewilligung stellen. Diese Zeit können Sie also auch nutzen, um in der Schweiz nach einem Job zu suchen und diese Aufgabe nicht von zu Hause aus koordinieren.

Welche Bewilligungen oder Genehmigungen benötigen Sie, um in der Schweiz arbeiten zu können?

Spätestens nach drei Monaten müssen Sie einen Antrag auf Aufenthaltsbewilligung stellen. Hier werden wieder zwei Zeiträume unterschieden, die jedoch mit den gleichen Forderungen verbunden sind. Entweder gilt dann die Aufenthaltsbewilligung nur für ein Jahr, zum Beispiel, wenn Ihr Arbeitsvertrag keinen längeren Zeitraum vorsieht, oder für fünf Jahre, wobei hier meist eine automatische Verlängerung möglich ist.

Die Aufenthaltsbewilligung ist an zwei Bedingungen geknüpft. Allerdings wird dabei unterschieden, ob Sie in einem Angestelltenverhältnis oder selbstständig tätig sind. Bei beiden gilt zuallererst, dass Sie einen gültigen Pass oder Ausweis vorzeigen müssen. Als Arbeitnehmer:in benötigen Sie dann eine schriftliche Einstellungserklärung Ihres Arbeitgebers. Das kann zum Beispiel ein Arbeitsvertrag sein, auf dem die Dauer und das Pensum vermerkt sind. Selbstständige müssen nachweisen, dass Sie mit Ihrer selbstständigen Tätigkeit Ihren Unterhalt bestreiten können.  Beispiele dafür können Rechnungsbücher sein, die Ihre Einkünfte zeigen.

Bonus-Tipp

Übrigens: Wenn Sie genug finanzielle Mittel besitzen, können Sie auch ohne Erwerbstätigkeit eine Aufenthaltsbewilligung beantragen.

Leben und Arbeiten in der Schweiz

Wenn Sie als Deutsche:r in der Schweiz arbeiten, ergibt es häufig Sinn, auch dort zu leben. In diesem Fall gibt es einige Aspekte, die Sie bedenken müssen. Das betrifft vor allem die Kosten, die auf Sie zukommen, sowie rechtliche Aspekte.

Lebenshaltungskosten in der Schweiz

In der Regel sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz höher als in Deutschland. Bedenken Sie das, wenn Sie sich über die üblicherweise höheren Löhne freuen. Bei Wohnungen kommt es darauf an, wo Sie suchen. In den Großstädten wie Zürich und Genf ist es tendenziell teurer als in den ländlichen Gebieten. Vor allem Lebensmittel und Freizeitaktivitäten sind in der Schweiz deutlich preisintensiver als in Deutschland. Durchschnittlich kostet dieser Bereich in der Schweiz fast doppelt so viel wie in Deutschland.

Abgaben in der Schweiz

Auf der anderen Seite müssen Sie weniger Steuern an den Staat zahlen, wobei die Abgaben hier stark von den einzelnen Kantonen abhängig sind. So macht die Einkommenssteuer im Durchschnitt nur etwa 10 % aus. Auch die Sozialversicherungsabgaben sind im Vergleich zu Deutschland deutlich niedriger. Gesetzlich verpflichtend ist dabei nur die Krankenversicherung. Im Gegensatz zu Deutschland übernimmt der Arbeitgeber dabei keinen Anteil.

Außerdem sollten Sie eine private Haftpflichtversicherung und eine Hausratversicherung vorweisen können, wenn Sie eine Wohnung in der Schweiz mieten wollen. In diesem Fall ist es übrigens am besten, wenn Sie eine Schweizer Versicherung wählen, da diese einfacher akzeptiert wird.

In der Schweiz arbeiten und in Deutschland wohnen

Manchmal kann es sich auch lohnen, in Deutschland zu wohnen. Vor allem in den Grenzgebieten ist das sehr beliebt. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erhalten den hohen Lohn in der Schweiz, profitieren allerdings von den niedrigeren Lebenshaltungskosten in Deutschland.

Bonus-Tipp

Auch als sogenannte:r Grenzgänger:in müssen Sie eine Aufenthaltsbewilligung beantragen, bei der Sie versichern, dass Sie mindestens einen Tag in der Woche in Deutschland verbringen. Ansonsten gelten in diesem Fall die gleichen Vorgaben wie bei den anderen Aufenthaltsbewilligungen.

Als Deutsche:r in der Schweiz arbeiten – Steuern als Grenzgänger:in

Als Grenzgänger:in müssen Sie die Steuern in dem Land abführen, in dem Sie Ihren Wohnsitz haben. Das heißt, Sie zahlen Lohnsteuer und Ähnliches in Deutschland und müssen gleichzeitig auch noch eine Quellensteuer von 4,5 % in der Schweiz bezahlen.

Auch für Grenzgänger:innen ist eine Krankenversicherung verpflichtend. Dabei reicht allerdings eine Versicherung, die die Grundversorgung abdeckt.

Lohnt sich das Grenzgängertum?

Mehr als 60.000 Menschen pendeln im Jahr zwischen Deutschland und der Schweiz. Der durchschnittlich höhere Lohn wird nicht durch hohe Lebenshaltungskosten aufgewogen, sondern das Leben in Deutschland gibt Ihnen die Möglichkeit, noch mehr von Ihrem Gehalt zu behalten.

Daher lohnt es sich auf jeden Fall, das Arbeiten in der Schweiz und gleichzeitiges Wohnen in Deutschland in Betracht zu ziehen, wenn es sich bei Ihrem Arbeitgeber anbietet. Vor allem müssen Sie offiziell nur einen Tag in der Woche an Ihrem Hauptwohnsitz in Deutschland sein. Es spricht also nichts gegen eine Zweitwohnung.

Beliebte Branchen zum Arbeiten in der Schweiz

Beim Arbeiten in der Schweiz gibt es für Sie als Deutsche:n verschiedene Branchen, die besonders beliebt sind – und meist auch hohe Löhne versprechen. In der Regel sind das die Finanzbranche, Ingenieur:innen in den Bereichen Mechanik, Bauwesen und Elektrik, sowie Wissenschaftler:innen. Ebenfalls gern gesucht sind Reinigungs- und Hauspersonal sowie LKW-Fahrer:innen oder Mitarbeiter:innen im Baumaschinentransport. Dabei sind vor allem die Bewerber:innen im Vorteil, die gut ausgebildet sind. 

Am besten verschaffen Sie sich bei Jobportalen wie Glassdoor einen Überblick, welche Stellen gerade angeboten werden. Ansonsten können Sie sich auch Unterstützung bei den Arbeitsvermittlungszentren der Kantone suchen. Diese sind vergleichbar mit der deutschen Agentur für Arbeit. 

Fokus Konzerne und Großunternehmen – mehr Gehalt, bessere Karrierechancen

Lohnenswert ist zudem immer ein Blick auf Konzerne und Großunternehmen, da diese in der Regel höhere Löhne und attraktive Arbeitsbedingungen sowie Karrierechancen versprechen. Große Firmen in der Schweiz sind zum Beispiel:

Fazit: Arbeiten in der Schweiz? Es kann sich lohnen!

Das Arbeiten in der Schweiz kann sich für Sie auf jeden Fall lohnen. Sowohl in der Schweiz lebend als auch als Grenzgänger:in. In der Regel ist das Gehalt höher und Sie müssen als Deutsche:r nur wenig Papierkram erledigen, bevor Sie in der Schweiz arbeiten dürfen. Sollten Sie also mit dem Gedanken spielen, auszuwandern und Bewerbungen zu schreiben, ist die Schweiz eine beliebte Möglichkeit.

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