Die Generation Z im Berufsleben: Was du über die neuen Kolleg:innen wissen musst

Glassdoor Team
Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 20. Jan. 2025
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, und mit der Generation Z betritt eine neue Gruppe junger Menschen den Arbeitsmarkt. Es sind die Digital Natives, die mit ihren Vorstellungen und Werten die moderne Arbeitswelt prägen. Was bedeutet das für dich und dein Unternehmen? Welche Chancen und Herausforderungen entstehen durch die Zusammenarbeit verschiedener Generationen?
Eine neue Generation verändert die Arbeitswelt
In der heutigen Zeit arbeiten bis zu fünf Generationen Seite an Seite in deutschen Unternehmen: Die Babyboomers gehen langsam in den Ruhestand und die Generation X (ca. 1965 bis 1980 geboren) besetzt noch wichtige Führungspositionen. Die Generation Y, auch bekannt als Millennials, hat sich bereits etabliert. Nun kommt die Generation Z hinzu, das sind die zwischen 1997 und 2012 geborenen, und bringt frischen Wind in die Büros. Diese Vielfalt birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen für alle Beteiligten.
Die Digital Natives
Die Generation Z ist mit Smartphone und Internet aufgewachsen. Die digitale Vernetzung gehört zu ihrer DNA. Das zeigt sich auch in ihrer Arbeitsweise: Sie denkt digital, nutzt intuitiv neue Tools und kann mehrere Informationskanäle gleichzeitig verarbeiten. Ihre Seh- und Erfahrungsgewohnheiten sind durch Streaming und Social Media geprägt und sind unter anderem durch Plattformen wie TikTok fragmentierter als die ihrer Vorgängergenerationen.
Während ältere Kolleginnen und Kollegen sich teilweise noch mit digitalen Werkzeugen vertraut machen müssen, gehören diese für die Generation Z zum Alltag. Wichtigstes Werkzeug: ihr Handy, ohne dieses sind sie nur selten anzutreffen. So sagen 95 Prozent dieser Generation aus, dass sie sich ohne ihr Smartphone unwohl fühlen, kein Wunder, denn sie benutzen es für so unzählige wie vielseitige Aktivitäten: Telefonieren, Kommunizieren über Social Media, Musik hören, Filme schauen, Tracken der sportlichen Tagesleistung, Abfragen der KI sind nur einige Beispiele einer unendlichen Liste. Mit ihrem Handy und digitalen Medien insgesamt kennen sie sich bestens aus. Und sie sind offen für neue Anwendungsmöglichkeiten der digitalen Tools. Diese Fähigkeiten sind in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt von unschätzbarem Wert.
Werte und Erwartungen der Generation Z im Vergleich mit Millennials
Die junge Generation bringt neue Prioritäten mit. Für sie steht Work-Life-Balance an erster Stelle, flexible und hybride Arbeitsmodelle stehen hoch im Kurs. Dagegen sind Millennials durchaus bereit sind, für Karrierefortschritt und ein gutes Gehalt längere Arbeitszeiten zu akzeptieren. Die jungen Menschen der Gen Z suchen nach sinnstiftender Arbeit und wollen sich mit den Werten ihres Arbeitgebers identifizieren können. Dafür sind sie bereit, schon nach kurzer Zeit den Arbeitgeber zu wechseln. Die Vorgängergeneration ist hier treuer. Gleichzeitig legt die Generation, die jetzt neu auf den Arbeitsmarkt drängt, Wert auf finanzielle Sicherheit und Stabilität – eine Reaktion auf die wirtschaftlichen Krisen wie die Weltfinanzkrise 2007-2008, die sie in ihrer Kindheit oder Jugend miterlebt haben. Darüber hinaus hat das in der Corona-Krise Erlebte die Arbeitseinstellung der Gen Z stark geprägt: Sie erwarten flexible Arbeitsmöglichkeiten und Home-Office als Standard und haben ein erhöhtes Bewusstsein für Work-Life-Balance und mentale Gesundheit. Digitale Kommunikation und virtuelle Zusammenarbeit sind für sie Selbstverständlichkeit.
Welche Anforderungen stellt die Generation Z an ihren Arbeitgeber?
Laut einer Studie von Zenjob aus dem Jahr 2021 steht für diese Generation Ehrlichkeit und offene Kommunikation an erster Stelle. Als zweitwichtigster Faktor wurde ein gutes Gehalt genannt. Dagegen rangieren Firmenfeiern ganz unten, während soziales Engagement oder eine diverse Belegschaft sich im Mittelfeld bewegen.
Die Bedeutung für das Employer Branding
Unternehmen müssen ihre Arbeitgebermarke neu ausrichten, um die Generation Z anzusprechen. Authentizität spielt dabei wie erwähnt eine zentrale Rolle. Die jungen Talente informieren sich gründlich über potenzielle Arbeitgeber und durchschauen schnell oberflächliche Marketingversprechen. Sie zeichnen sich durch hohe Produktivität in flexiblen Arbeitsumgebungen, starke digitale Kompetenzen und die Fähigkeit zum Multi-Tasking aus. Nachteilig für Unternehmen ist, dass die Z-ler wenig Verständnis für Überstunden mitbringen und leichter bereit sind, ihren Job zu wechseln. Ein zeitgemäßes Employer Branding muss die Werte und Bedürfnisse der Generation Z aufgreifen und darf gleichzeitig die bestehende Belegschaft nicht vernachlässigen.
Neue Ansätze im Recruiting
Das Recruiting muss sich den Erwartungen der Generation Z anpassen. Diese Generation bevorzugt direkte, schnelle Kommunikation und transparente Prozesse. Sie sucht mehr als andere Generationen Feedback, denn daran sind sie schon von klein auf gewöhnt. Sie wuchs in einer Ära von Start-ups und Crowdsourcing auf, hat aber mit 7-10 % im Vergleich zur Generation X (15-20 %) (noch) wenig Selbstständige unter sich. Diejenigen, die sich für eine Anstellung interessieren, haben kein Verständnis für langwierige Bewerbungsverfahren. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf mobile Bewerbungsprozesse, Active Sourcing in sozialen Medien und authentische Einblicke in den Arbeitsalltag.
Generationsübergreifende Zusammenarbeit gestalten
Die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Wertevorstellungen der Generationen können zu Missverständnissen führen. Während die Babyboomers meist hierarchische Strukturen gewohnt sind, bevorzugt die Generation Z flache Hierarchien und direktes Feedback. Die Generation X schätzt Eigenverantwortung, während die Generation Y nach Teamarbeit und Austausch strebt. Diese Unterschiede gilt es produktiv zu nutzen.
3 Fragen und Antworten zur Generation Z
F: Wie kommuniziert die Generation Z am liebsten?
A: Die junge Generation bevorzugt kurze, direkte Kommunikationswege. Sie nutzt statt Anrufen gerne Instant Messaging und Collaboration Tools wie MS Teams, Slack oder Sharepoint. Kurze, informelle Nachrichten sind die Norm, Gruppenchats werden als konstruktives Mittel eingesetzt, um Meinungen und Informationen direkt mit mehreren auszutauschen. Emojis und Memes werden nicht nur im Privaten, sondern auch in der beruflichen Kommunikation genutzt, was für andere Generationen durchaus eine Herausforderung darstellen kann.
F: Welche Entwicklungsmöglichkeiten erwartet die Generation Z?
A: Kontinuierliches Lernen und persönliche Weiterentwicklung sind der Generation Z wichtig. Sie sucht regelmäßiges Feedback und möchte ihre Fähigkeiten stetig ausbauen. Mentoring-Programme und digitale Lernformate kommen ihr dabei entgegen. Die Arbeitswelt passt sich diesen Präferenzen zunehmend an. Neue Berufsbilder entstehen, bestehende entwickeln sich weiter. Unternehmen, die diese Entwicklung verstehen und mitgestalten, werden für die Generation Z attraktiv sein.
F: Welche Berufe bevorzugt die Generation Z?
A: Die IT-Branche lockt mit innovativen Arbeitsumgebungen und der Möglichkeit, die digitale Transformation aktiv mitzugestalten. Besonders beliebt sind Berufe wie UX-Designer, Data Analyst oder Social Media Manager, die Verbindung von Technologie und Kreativität steht hier im Vordergrund.
Der Wunsch nach sinnstiftender Arbeit führt viele junge Menschen in Berufe mit gesellschaftlicher Relevanz: Erneuerbare Energien, Umweltschutz und soziale Arbeit sind attraktive Felder. Nachhaltigkeitsmanager oder Change Manager beispielsweise vereinen dabei wirtschaftliche Aspekte mit ökologischer und sozialer Verantwortung.
Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit
Die Integration der Generation Z in die Arbeitswelt bietet die Chance, von den unterschiedlichen Perspektiven und Fähigkeiten aller Generationen zu profitieren. Erfolgreiche Unternehmen schaffen eine Kultur, die die Stärken jeder Generation wertschätzt und nutzt. Die digitale Kompetenz der Generation Z ergänzt sich ideal mit der Erfahrung der älteren Generationen. Wenn dein Unternehmen die Bedürfnisse und Erwartungen der verschiedenen Generationen versteht und berücksichtigt, kann es die Zusammenarbeit erfolgreich gestalten und dein Unternehmen für die Zukunft aufstellen.
Die Arbeitswelt von morgen wird von gegenseitigem Verständnis und der Bereitschaft zum voneinander Lernen geprägt sein. Dabei spielt die Generation Z eine Schlüsselrolle als Innovationstreiber und digitaler Wegbereiter. Ihre Perspektiven und Fähigkeiten werden entscheidend dazu beitragen, Unternehmen zukunftsfähig zu machen.
SCHON GEWUSST? (für Neugierige)
Die beliebtesten TV-Serien in der Generation Z sind Euphoria und Stranger Things. Euphoria wirft einen ungeschönten Blick auf das Leben der Jugendlichen und schreckt auch nicht vor harten Themen wie Drogenmissbrauch oder psychische Gesundheit zurück. Auch bei diesem Ranking zeigt sich, wie wichtig dieser Generation Authentizität ist. Die Leistung von Hauptdarstellerin Zendaya wurde bereits zweimal mit dem Emmy belohnt.

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