Was ist remote work?

Was ist Remote Work? Alles über die neue Art, zu arbeiten

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 10. Juni 2024

Bei schönem Wetter im Park, bei Regen auf der Couch im heimischen Wohnzimmer: Immer mehr Arbeitnehmende sind nicht mehr nur im Büro anzutreffen, sondern praktisch überall auf der Welt. Das Zauberwort lautet Remote Work, auch als mobile Arbeit bekannt. Aber was ist Remote Work überhaupt und wie profitieren Unternehmen und Beschäftigte von der neuen Freiheit?

Definition: Was ist Remote Work?

Was ist Remote Working eigentlich und was kennzeichnet entsprechende Jobs? Spätestens seit der Pandemie ist das Homeoffice in aller Munde. Noch immer arbeiten viele Menschen vollständig oder zeitweise in den eigenen vier Wänden – oder im Grünen, unterwegs im Zug oder Flugzeug. Der Oberbegriff für das ortsunabhängige Arbeiten lautet Remote Work, was übersetzt so viel wie „Fernarbeit“ bedeutet. Wer remote arbeitet, kann sich theoretisch an jedem Ort der Welt befinden, solange der Job sich ausführen lässt, sprich, die technische und prozessabhängige Infrastruktur vorhanden ist. Du brauchst somit weder die Firma aufzusuchen noch in deinem Homeoffice zu sitzen.

Remote Work meint nicht zwingend, dass du deine Firma gar nicht mehr zu Gesicht bekommst. Vollständig remote arbeiten vor allem Freelancer:innen und Projektbeschäftigte. Angestellte sind in der Regel zeitweise außerhalb des Unternehmens tätig und behalten einen Arbeitsplatz im Office. Der ist immer häufiger nicht fest zugewiesen. Im Sinne einer hohen Flächeneffizienz gehen Betriebe zunehmend dazu über, Büroflächen offen und flexibel zu gestalten. Dazu zählt ebenfalls das Desk-Sharing-Konzept: Zwei oder mehr Mitarbeitende teilen sich einen Schreibtisch.

Desk-Sharing ist nicht gleich Job-Sharing. Was es mit Job-Sharing auf sich hat, liest du hier.

Welche Vor- und Nachteile hat Remote Work für Arbeitnehmende und Arbeitgeber?

Das Stichwort Flächeneffizienz beschreibt bereits einen wichtigen Vorteil von Remote Work für Unternehmen: Sie sparen sich die Büroausstattung für jeden einzelnen Beschäftigten, sodass sie kleinere Flächen besetzen und weniger Geld in Büroräume investieren müssen. Insbesondere für jüngere, hoch qualifizierte Arbeitnehmende ist die Möglichkeit, remote zu arbeiten, zudem ein wichtiges Argument für den Betrieb. In Zeiten von Fachkräftemangel in vielen Branchen ist das Angebot womöglich erfolgsentscheidend: Wenn Spezialist:innen für bestimmte Aufgaben im Ausland sitzen oder an einen Standort in Deutschland gebunden sind, kann Remote Work der Schlüssel sein, sie von der eigenen Firma zu überzeugen.

Und auch die Mitarbeitenden profitieren:

  • Lange Wege ins Büro entfallen, was Fahrtkosten und Nerven spart – sowie nebenbei noch die eigene CO₂-Bilanz verbessert.
  • Wer bei herrlichem Sonnenwetter nicht im schattigen Büro sitzen muss, sondern seine Arbeit auf der Dachterrasse erledigt, ist zufriedener mit seinem Unternehmen.
  • Das wiederum steigert die Produktivität, Motivation und schließlich die Bindung an das Unternehmen.
  • Häufig eröffnet Remote Work auch eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeit. Das verbessert die Work-Life-Balance und macht für viele Menschen den Job überhaupt erst möglich – zum Beispiel, wenn sie Kinder oder Angehörige pflegen.

Was sind die Herausforderungen bei Remote Work und wie kann Remote Work gelingen?

Remote – was ist denn das? So reagiert manches Unternehmen auf die schöne neue Arbeitswelt und längst nicht jedes führt die Möglichkeit, überall zu arbeiten, ein. Zum einen ist das häufig aufgrund der Art der Tätigkeit nicht möglich, etwa wenn es um handwerkliche Jobs geht. Zum anderen sehen viele Vorgesetzte Nachteile:

  • Die Kontrolle entfällt weitgehend. Remote zu arbeiten bedeutet auch, dass Chefs nicht wissen, womit ihre Angestellten ihren Arbeitstag verbringen.
  • Teambesprechungen, Status-Meetings und Brainstormings lassen sich zwar virtuell durchführen, effektiver sind sie jedoch meist von Angesicht zu Angesicht.
  • Remote Work erfordert häufig die Installation spezieller Tools auf den Rechnern der Mitarbeitenden. Entsprechende Lizenzen erfordern allerdings Investitionen. Oftmals sind zudem Softwareschulungen für die effektive Nutzung notwendig, die abermals Zeit und Geld kosten.

Dazu kommen rechtliche Hürden, unter anderem hinsichtlich des Datenschutzes und der Compliance-Regeln. Nutzen Beschäftigte ihren privaten Computer für die Arbeit, kann dieser ein Einfalltor für Spionageprogramme sein. Ob sensible Informationen in die Hände Dritter geraten, lässt sich kaum kontrollieren.

Remote Work erfordert somit eine entsprechende IT-Infrastruktur, etwa mittels gesicherter Firmen-Notebooks, VPN (Virtual Private Network, eine gesicherte, verschlüsselte Internetverbindung), und expliziter Datenschutzregelungen.

Welche Nachteile hat Remote Work für Beschäftigte?

Auch für die „Remote Worker“ ist die volle Flexibilität nicht immer ein Traum:

  • Soziale Kontakte entfallen. Mitarbeitende fühlen sich häufig isoliert und einsam.
  • Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, sodass Mehrarbeit vielfach an der Tagesordnung ist.
  • Insbesondere für ältere Beschäftigte ist es erforderlich, sich mit neuer Technik und neuen Arbeitsabläufen auseinanderzusetzen.
  • Ob im heimischen Arbeitszimmer oder auf der grünen Wiese, Ablenkungen drohen überall. So fällt es manchen Menschen schwer, produktiv zu arbeiten und sich zu motivieren.
  • Die individuelle Leistung lässt sich bei vielen Remote-Jobs schwerer bewerten als bei physischer Anwesenheit. Das kann das berufliche Fortkommen hemmen.

Nicht zuletzt eröffnet Remote Work zwar die volle Freiheit bei der Wahl des Arbeitsortes – dieser sollte allerdings ebenso gesundheitsfördernd und ergonomisch ausgestattet sein wie in der Firma. Das obliegt vielfach dem Arbeitnehmenden. Dann kommen etwa Kosten für einen ergonomischen Bürostuhl oder einen Schreibtisch auf dich zu.

Damit Remote Work gelingt und du sowie deine Firma von den positiven Effekten profitieren, sollte die volle Flexibilität vorausschauend geplant und die Rahmenbedingungen idealerweise vertraglich festgehalten werden.

Arbeitsrecht: Was bedeutet Remote arbeiten?

Was ist Remote-Arbeit, was Homeoffice? Viele Menschen verwenden die Begriffe synonym. Es gibt jedoch entscheidende Unterschiede.

  • Homeoffice ist streng genommen Telearbeit, die in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) exakt definiert ist.
  • Es handelt sich um „vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten.“
  • Arbeitgebende und -nehmende haben die Bedingungen im Homeoffice arbeitsvertraglich festzuhalten.
  • Die notwendige Ausstattung mit Möbeln und Arbeitsmitteln ist vom Unternehmen zu stellen.

Remote Work oder mobiles Arbeiten ist dagegen gesetzlich nicht klar definiert. So kann jeder Betrieb eigene Regeln und Bedingungen aufstellen. Dazu kann gehören, dass der Betrieb sämtliche Arbeitsmittel zur Verfügung stellt, ein Muss ist das jedoch nicht.

Welche Jobs eignen sich für Remote Work?

Das Fließband kommt weder zu dir nach Hause noch in den Park und auch im stationären Verkauf ist das Homeoffice selten. Was ist ein Remote Job also? Prädestiniert für flexible Arbeitsorte sind im Allgemeinen Berufe in der IT- und Softwarebranche, im kreativen Bereich und im Projektmanagement. Grundsätzlich lassen sich die folgenden Jobs ebenfalls remote ausüben:

Fazit: Remote Work clever planen und profitieren

Was ist Remote Work und warum gewähren nicht mehr Betriebe die Freiheit, den Arbeitsort frei zu wählen? Mobil und flexibel zu arbeiten, eröffnet lukrative Potenziale und viele junge Menschen erwarten vom Unternehmen ein Remote-Angebot. So birgt die maximale Flexibilität die Chance, High Potentials von sich zu überzeugen und den Erfolg zu steigern. Beschäftigte profitieren von einer ausgewogenen Work-Life-Balance und mehr Freude bei der Arbeit – was oftmals ein wenig Disziplin erfordert. Auch Unternehmen sollten Remote Working sorgfältig planen und klare Regeln aufstellen. Dann kann das Konzept auf beiden Seiten von Erfolg gekrönt sein.

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