Mitarbeiterin im Gespräch mit Chefin, um den eigenen Jobwechsel zu begründen

Jobwechsel begründen – wichtige Tipps, 5 Gründe und Beispielformulierungen

Glassdoor Team

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 21. Sept. 2023

Eine neue Herausforderung, mehr Gehalt, persönliche Weiterentwicklung, Abwechslung oder eine bessere Work-Life-Balance – all das können Gründe für einen Jobwechsel sein. Doch seien Sie vorsichtig, wie Sie Ihre Gründe für einen Jobwechsel kommunizieren, da diese auch ein schlechtes Licht auf Sie werfen können. Mit unseren hilfreichen Tipps und Beispielformulierungen sind Sie optimal vorbereitet, um Ihren nächsten Jobwechsel professionell zu begründen.

Wann ist es nötig, den Jobwechsel zu begründen?

Spätestens, wenn Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten haben und das Interview stattfindet, werden Sie Ihren Jobwechsel begründen müssen. Denn wenn Sie sich um eine neue Stelle bewerben, wird Ihnen im Bewerbungsgespräch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Frage gestellt, weshalb Sie Ihren Job wechseln wollen. Diese Frage ist für Mitarbeitende aus dem HR relevant, um Ihre Motivation besser einzuschätzen. Solange Sie sich vorher mit dieser Frage beschäftigt und sich genau überlegt haben, was Sie darauf antworten möchten, ist sie unproblematisch. 

Bevor Sie Ihren Jobwechsel begründen, ist es vor allem entscheidend, dass Sie sich selbst genau darüber im Klaren sind, warum Sie diesen Schritt gehen möchten – und eine Kündigung schreiben wollen. Nehmen Sie sich Zeit, um Ihre beruflichen Ziele, Werte und Prioritäten zu reflektieren. 

  • Welche Aspekte Ihres aktuellen Jobs sind für Sie unbefriedigend oder unerfüllend?
  • Welche Ziele möchten Sie in Ihrem neuen Job erreichen?

Indem Sie diese Fragen ehrlich beantworten, können Sie besser verstehen, warum Sie den Jobwechsel anstreben. Erst danach machen Sie sich darüber Gedanken, wie Sie dies am besten kommunizieren.

„Weg von“ oder „hin zu“? Stichwort Wechselmotivation

Wenn Sie Ihren Job wechseln möchten, haben Sie eine sogenannte Wechselmotivation. Diese Motivation kann zwei Richtungen haben:

  • Weg-von-Motivation: Bei dieser Motivation möchten Sie von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber weg.
  • Hin-zu-Motivation: Bei dieser Motivation möchten Sie zu Ihrem zukünftigen Arbeitgeber hin.

Wie Sie selbst ahnen können, sollten Sie sich in der Kommunikation gegenüber Ihrem potenziell zukünftigen Arbeitgeber stets an die Hin-zu-Motivation halten. Diese bereitet einen positiven Blick in die Zukunft, anstatt sich in einer negativen Einstellung gegenüber dem Vergangenen zu verbeißen.

Den Jobwechsel begründen: Dos and Don’ts

Sobald Sie Ihre Beweggründe für den Jobwechsel verstanden haben, ist es wichtig, eine klare und überzeugende Begründung zu formulieren. Ihre Begründung sollte ehrlich und präzise sein, ohne dabei Ihren Arbeitgeber oder sich selbst in schlechtes Licht zu rücken. 

Grundsätzlich gilt: Sie sollten sich niemals rechtfertigen. Anstatt sich in negativen Erinnerungen der Vergangenheit zu verlieren, sollten Sie immer positiv in die Zukunft blicken – und diese Einstellung auch im Vorstellungsgespräch zeigen. Ihren potenziellen Arbeitgeber überzeugen Sie vor allem dann, wenn Sie deutlich machen, dass Sie motiviert und engagiert sind und Lust auf die neue Stelle sowie die neue Herausforderung haben. Konzentrieren Sie sich daher am besten darauf, wie der neue Job Ihr berufliches oder persönliches Wachstum fördern wird und überlegen Sie:

  • Was motiviert Sie, Ihren Job zu wechseln?
  • Weshalb möchten Sie genau diese Stelle haben?
  • Wieso halten Sie sich für diesen Job als geeignet?

Indem Sie sich diese Fragen im Voraus selbst beantworten, haben Sie schon eine gute Grundlage, mit der Sie Ihre Argumentation für den Jobwechsel optimal vorbereiten können. 

Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Bei einem Vorstellungsgespräch oder auch bei einer schriftlichen Bewerbung sollten Sie grundsätzlich folgende Begründungen vermeiden:

  • Sie möchten mehr Geld verdienen.
  • Sie sind unzufrieden bei Ihrem anderen Arbeitgeber.
  • Sie hätten so einen kürzeren Arbeitsweg.
  • Sie möchten für eine attraktivere Marke arbeiten.

Auch Schuldzuweisungen zu ehemaligen Kolleg:innen oder dem Arbeitgeber sind in einer Bewerbung um eine neue Stelle unangebracht.

5 gute Gründe für einen Jobwechsel, die jeder Arbeitgeber akzeptiert

Wenn einer dieser Gründe für einen Jobwechsel so oder so ähnlich auf Sie zutrifft, können Sie diesen inklusive der Beispielformulierungen guten Gewissens gegenüber Ihrem potenziellen Arbeitgeber kommunizieren – oder als Muster für Ihre Bewerbung verwenden.

Grund 1: Berufliche und persönliche Weiterentwicklung

Ein klassischer Grund für einen Jobwechsel ist die berufliche oder persönliche Weiterentwicklung. Schließlich können Sie dadurch Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen in Ihrem Fachgebiet vertiefen oder etwa Führungserfahrung sammeln. Dies stärkt Ihr berufliches Profil. Machen Sie zum Beispiel im Fall einer beruflichen Neuorientierung aber unbedingt deutlich, wohin Sie sich weiterentwickeln möchten. Die Weiterentwicklung alleine reicht für eine gute Begründung noch nicht aus.

Beispielformulierung für eine Begründung

Bislang habe ich in meiner aktuellen Position viel gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Allerdings glaube ich, dass meine berufliche Entwicklung durch die Möglichkeit, in einem neuen Umfeld zusätzliche Fachkenntnisse zu erlangen, erheblich vorangetrieben werden kann. Ihr Unternehmen bietet mir die Aussicht auf spannende Projekte und eine unterstützende Lernkultur, die es mir ermöglicht, meine Fähigkeiten zu erweitern und zu verbessern.

Grund 2: Neue Herausforderung beziehungsweise neues Kompetenzfeld

Zeit für eine neue Herausforderung! Wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrem aktuellen Job auf der Stelle zu treten oder Ihre Fähigkeiten nicht weiter ausbauen zu können, suchen Sie mit einem Jobwechsel eine neue Herausforderung, um Ihre Motivation zu steigern und Ihre Kompetenzen zu erweitern. Das kann Ihre berufliche Vielseitigkeit erhöhen und Ihnen dabei helfen, sich als Experte oder Expertin in verschiedenen Aspekten Ihres Fachgebiets zu etablieren.

Beispielformulierung für eine Begründung

Ich schätze die Erfahrungen, die ich in meiner aktuellen Position gesammelt habe, sehr. Dennoch bin ich der Meinung, dass es an der Zeit ist, mich neuen Herausforderungen zu stellen und meine Fähigkeiten in einem neuen Kompetenzfeld weiterzuentwickeln. Ihre Stellenausschreibung spricht genau die Art von Projekten an, nach denen ich suche, und ich bin überzeugt, dass ich hier die Möglichkeit habe, meine Fähigkeiten zu erweitern.

Grund 3: Internationale Ausrichtung

Wenn Ihnen die neue Stelle die Möglichkeit bietet, internationaler zu arbeiten, ist das ein gern gesehener Grund für einen Jobwechsel. Eine internationale Zusammenarbeit kann Ihre beruflichen Horizonte erweitern und Ihr Verständnis für verschiedene Kulturen und Märkte vertiefen.

Beispielformulierung für eine Begründung

Ich habe schon immer eine starke Leidenschaft für internationale Zusammenarbeit und kulturelle Vielfalt gehabt. Meine bisherige Auslandserfahrung bestätigt mich außerdem in meinem Wunsch, meine Arbeit internationaler auszurichten. Daher bin ich besonders an Ihrer Firma interessiert, die eine ausgeprägte internationale Ausrichtung hat. Ein Jobwechsel in Ihr Unternehmen würde es mir ermöglichen, meine interkulturellen Fähigkeiten zu nutzen. Ich bin überzeugt, dass meine Erfahrung in verschiedenen Kulturen und Märkten einen Mehrwert für Ihr Team darstellen kann.

Grund 4: Persönliche oder familiäre Gründe

Manchmal sind es persönliche oder familiäre Gründe, die einen Jobwechsel notwendig machen. Das kann beispielsweise ein Umzug in eine andere Stadt oder Region sein, um näher bei der Familie zu sein, oder die Notwendigkeit, eine längere Pendelstrecke zu reduzieren. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiger Faktor, den viele Arbeitnehmer berücksichtigen. Daher ist auch dies ein guter Grund für einen Jobwechsel und ein Aspekt einer gelungenen Work-Life-Balance.

Beispielformulierung für eine Begründung

Ich habe meinen aktuellen Job sehr geschätzt und bin stolz auf die Erfolge, die ich in meinem Team erzielt habe. Allerdings hat sich meine persönliche Situation geändert, da ich aus [familiären Gründen in eine andere Stadt ziehe o. ä.]. Daher suche ich nach einer neuen beruflichen Herausforderung, die sich mit dieser veränderten Lebenssituation vereinbaren lässt. Ich bin überzeugt, dass Ihre Firma die richtige Wahl für diesen neuen Lebensabschnitt ist.

Grund 5: Andere Arbeitsumgebung oder neue Strukturen

Sie möchten eine neue Arbeitsweise kennenlernen, indem Sie etwa von einem Großkonzern in ein Start-up oder von Agenturseite auf Kundenseite wechseln möchten? Ein Wechsel zu einem Unternehmen mit neuen Organisationsstrukturen oder Arbeitsmethoden kann Ihre Arbeitsweise verändern und Ihnen frische Perspektiven bieten. Eine andere Arbeitsumgebung kann damit ein erfrischender Tapetenwechsel sein – und sich positiv auf Ihre berufliche Entwicklung auswirken.

Beispielformulierung für eine Begründung

In meiner bisherigen Position hatte ich das Glück, in einem großartigen Team und einer bewährten Organisationsstruktur zu arbeiten. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es jetzt an der Zeit ist, meine berufliche Reise in eine neue Richtung zu lenken und in einer anderen Arbeitsumgebung zu arbeiten. Ihr Unternehmen hat einen [innovativen Ansatz und eine aufstrebende Organisationsstruktur o. ä.], die mich besonders anspricht. Ich bin gespannt darauf, Teil Ihres Teams zu sein und von den neuen Perspektiven und Möglichkeiten zu profitieren, die sich mir hier bieten.

Situationen, die einer besonderen Begründung für einen Jobwechsel bedürfen

Neben den typischen Begründungen gibt es jedoch auch welche, die Sie besser nicht ungefiltert kommunizieren sollten. Dazu gehört etwa ein besonders häufiger Jobwechsel, der Jobwechsel nach einer Kündigung des Arbeitgebers oder nach Problemen mit dem ehemaligen Arbeitgeber. Auch bei einem Branchenwechsel sollten Sie sich für Ihre Begründung etwas mehr Zeit nehmen.

Tipps bei häufigem Jobwechsel

Manchmal kommt es vor, dass Menschen Ihren Job in der Vergangenheit häufiger gewechselt haben oder der Job überhaupt keinen Spaß gemacht hat. Wenn Sie also einen Jobwechsel nach kurzer Zeit, etwa einem Jahr oder weniger, begründen wollen, sollten Sie nicht den Eindruck erwecken, orientierungslos zu sein und es nur wenige Monate in einem Unternehmen auszuhalten. Eine gute Chance haben Sie, wenn Sie begründen können, weshalb Sie sich sicher sind, dass es diesmal anders sein wird, dass Sie beruflich angekommen sind und sich ein längerfristiges Angestelltenverhältnis wünschen.

Tipps für einen Jobwechsel wegen einer Kündigung

Eine Kündigung vom Arbeitgeber kommt vor, teilweise auch noch in der Probezeit. Häufig wird in einem solchen Fall dazu geraten, ehrlich zu sein und die Karten offen auf den Tisch zu legen. An einer betriebsbedingten Kündigung tragen Sie sowieso keine Schuld – und falls es doch an Ihnen lag, sollten Sie unbedingt im gleichen Zuge erklären, wie Sie damit künftig umgehen, was Sie daraus gelernt haben und wie Sie sicherstellen, dass Ihnen der Fehler in Zukunft nicht mehr unterläuft.

Tipps für den Branchenwechsel

Wenn Sie nicht nur einen einfachen Jobwechsel anstreben, sondern einen Branchenwechsel und damit einen Neustart möchten, bringt das für Ihren potenziellen Arbeitgeber einige Nachteile mit sich. Sie haben keine Vorerfahrung, keine Kontakte in der Branche und womöglich wenig theoretisches Wissen. Ihre Argumente müssen daher besonders stark sein, um von sich selbst zu überzeugen. 

  • Erklären Sie beispielsweise, inwiefern sich Ihre bisherigen Kenntnisse auf die neue Branche übertragen lassen.
  • Argumentieren Sie auch, dass Sie mit Ihrem bisherigen Werdegang eine neue Perspektive in die Branche und die neue Stelle einbringen können.
  • Zuletzt sollten Sie den Arbeitgeber davon überzeugen, dass Sie eine schnelle Auffassungsgabe besitzen, neugierig sind und sich schnell in neue Themen und Problematiken einarbeiten können.
  • Der wichtigste und ausschlaggebende Punkt ist jedoch schlussendlich, dass Sie dem Unternehmen einen echten Mehrwert bieten können.

Jobwechsel gegründen: Fokussieren Sie sich auf einen positiven Blickwinkel

Optimismus und ein positiver Blickwinkel bringen Ihnen einen entscheidenden Vorteil, wenn Sie Ihren Jobwechsel begründen. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, negative Erfahrungen – etwa ein toxisches Arbeitsumfeld oder Ihre möglicherweise schlechte Führungskraftauszuklammern, wenn Sie Ihren Jobwechsel begründen. Für Außenstehende kann es zudem schnell so wirken, als wollten Sie die Verantwortung auf andere abwälzen. Schuldzuweisungen sind also immer fehl am Platz. Bleiben Sie besser ganz bei sich, überzeugen Sie mit einem engagierten Auftreten und schauen Sie zuversichtlich nach vorne!

PS: Mit unseren Glassdoor-Daten zum Thema häufig gestellte Bewerbungsfragen können Sie sich bestens auf Ihr Vorstellungsgespräch einstimmen. Entdecken Sie bei uns, welche Unternehmen welche Fragen stellen – und bereiten Sie sich optimal vor.

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